Das Gesicht ein Herz. Die Augen kleine schwarze Knöpfe. Das Gefieder geschmeidiges Ocker. Tiere der Lüfte üben seit langem eine Faszination auf mich aus. Ich bin Tierdoku-Junkie. Bei nichts lässt es sich besser entspannen, besonders wenn irgendwie mal alles zu viel ist und selbst der Schlaf auf sich warten lässt.

Verliebt in Schleiereule “Marina”

Nun aber bin ich ernsthaft verliebt. In eine altmärkische TV-Serienheldin, die gar nichts von ihrem Ruhm mitbekommt (und so soll es sein!). Ich habe mein Herz verloren an “Marina”, die Schleiereule. Ja, Marina! Nicht mein Namensfavorit, denn ich war NATÜRLICH bei “Hedwig” – der treuen, weisen Begleiterin von Harry Potter. Sohn aber findet: “Sieht nunmal aus wie ne Marina” Aha… Und zückt das schlagende Argument: “Die Potter-Eule is außdem ne Schneeeule, Mensch Mama!” Ups..

Nagut Marina. Schön, doch. Die Namensbedeutung “aus dem Meer stammend” kann keine Rolle gespielt haben. Vielleicht lässt sich aber ein zarter Gedankenfaden zum Namenstag am 17. und 19. Juli spinnen? Denn dann könnten die fünf Eulenbabys geschlüpft sein – wahrscheinlich aber doch eher. Auf der Seite des Nabu heißt es in der Rubrik “Fortpflanzung der Schleiereule”:

Die Schleiereule brütet in Abhängigkeit von Mäuse-Gradationsjahren ab Ende März, meist jedoch erst Anfang Mai. Nach 30 bis 34 Tagen schlüpfen die jungen Eulen aus den länglichen weißen Eiern. Mit 11 bis 14 Tagen öffnen sie ihre Augen und verlassen nach etwa 60 Tagen das Nest. Zweitbruten und gelegentlich auch Drittbruten – je nach Mäusejahr – konnten nachgewiesen werden.

https://www.nabu.de

Fünf Eulenbabys in umfunktionierten Trafohäuschen

Ich kann es kaum erwarten und schaue der fünf Eier ausbrütenden altmärkischen Schleiereule “Marina” auch schon jetzt völlig gebannt über “Eulen-TV” zu. Wie sich sich putzt, reckt, mal rechtsrum und dann wieder linksrum dreht, nach den Eiern schaut, kurz mal weg ist, sich schüttelt…. Bahhh…. und da, wieder so nervige Fliege auf dem hübschen Gefieder. Fast erwische ich mich dabei, den Störenfried wegscheuchen zu wollen. Als würde das was bringen.

Schleiereule “Marina” und ihr Nachwuchs im Trafohäuschen Liesten, bei Salzwedel

Was ich sagen will, es ist spannend, ich bin fasziniert. Und wenn erst der Nachwuchs das zum Tierhotel umgebaute Trafohäuschen in Liesten, etwa 10 km südöstlich von Salzwedel gelegen, die Schnäbel in die Kamera reckt. Oh Gott… Gut vorstellbar, dass ich dann selbst wieder zum Chronotyp Eule werde, nachtaktiv wie in den Twentysomethings die Nacht zum Tag machend.

Schleiereulen fühlen sich in der Altmark sehr wohl

Die weitläufigen Grünländereien – ein Schlaraffenland. Nisthilfen wie in umfunktionierten Trafohäuschen – Traumhäuser mitten im Eulenparadies. Und nicht nur das. Diese Trafohäuser selbst… auf mich üben sie von außen einen unheimlich faszinierenden optischen Reiz aus. Sie stechen mir sofort ins Auge, wenn ich an einem dieser Relikte des vergangenen ländlichen Stromversorgungszeitalters mit meist 3,5 x 3,5 m Grundfläche, ca. 15 m Höhe und dicken Backsteinmauern vorbeikomme. Ursprünglich dienten die Monumente der ländlichen Altmark zur Unterbringung von Transformatoren, die den Kraftwerkstrom in Niederspannungsstrom für den Endverbraucher verwandelten.

Mini-Umspannwerk einst. Maxi-Zeitzeugen der Altmark heute. Und umfunktioniert Mega-Tierhotels mit Zukunft.

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